|
|
 |
 |
| Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) |
| Seit September 2005 ist der Bayrische Bildungs- und Erziehungsplan für alle bayrischen Kindergärten, Kindertagesstätten und Horte bindend. Der Plan unterstreicht den Wert frühkindlicher Bildung und die Wichtigkeit hochwertiger pädagogischer Arbeit. Das Spiel ist weiterhin pädagogisches Grundprinzip |
|
Bildung und Erziehung |
 |
- Förderung des Kindes als „soziales Wesen",
- in Gemeinschaft leben lernen,
- Kontakte knüpfen,
- Selbständigkeit üben,
- gemeinsame Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke sammeln und verarbeiten.
|
 |
- Sinnzusammenhänge entdecken,
- im Spiel „ Lernen für das Leben",
- eigene Ideen strukturieren und selbständig umsetzen,
- etwas konzentriert beginnen und zu Ende bringen,
- Aufgaben aufnehmen und adäquat umsetzen.
|
| Betreuung |
|
- Kinder achten, sie schätzen,
- ein zuverlässiger Partner sein,
- den Familien und Kindern Unterstützung und Halt geben.
|
| Die einzelnen, im BEP niedergeschriebenen Bildungsziele finden Sie links in der Naviation. |
| Das Bild vom Kind im Bezug auf Bildung |
|
Der Mensch kommt als „kompetenter Säugling“ auf die Welt. In seiner weiteren Entwicklung nimmt das Kind eine aktive Gestalterrolle bei seinen Lernprozessen ein. |
| Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit. Sie sind auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit angelegt und sind selbst Akteure mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Bereits Kleinkinder bringen Neugierde und einen nicht enden wollenden Erkundungsdrang mit. Sie wollen von sich aus lernen und übernehmen dabei entwicklungsangemessen Verantwortung. |
| Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität und lernt in seinem ureigenen Tempo, aber mit Begeisterung und Leichtigkeit. Deshalb erweist sich die Entwicklung eines jeden Kindes als ein komplexes, individuell verlaufendes Geschehen. |
| Bereits Kinder haben deshalb ein Recht auf umfassende Mitsprache und Mitgestaltung ihrer Bildung und allen weiteren betreffenden Entscheidungen. |
|
Bildung im Kindesalter findet nur in gemeinsamer Interaktion statt und gestaltet sich als sozialer Prozess, an dem sich Kinder und Erwachsene aktiv beteiligen. |
| Die Entwicklung folgt nicht nur dem biologischen Reifungs- und Wachstumsprozess. Auch der Kulturkreis, soziale Praktiken, Werte und Normen nehmen dabei Einfluss. |
| Bildung folgt heute einem weiten, ganzheitlichen Verständnis von Allgemeinwissen. |
| Es stellt dabei die Entwicklung von Basiskompetenzen (Persönlichkeitsentwicklung, Mitgestaltung, Mitverantwortung, Wertvorstellung, Wissensdimension, Entscheidungsfähigkeit, Verantwortungsübernahme) und Werthaltungen in den Mittelpunkt. |
| Diese Basiskompetenzen gehen dabei Hand in Hand mit einem breit gefächerten Basiswissen. Dieses Spektrum bietet Kindern Orientierung in der Informations- und Wissensfülle und gibt ihnen ein „inneres Gerüst“. |
| Kinder erwerben Kompetenzen, Werthaltungen und Wissen an vielen Bildungsorten. |
| Am einflussreichsten sind Bildungsinstitutionen, Familie und Gleichaltrigengruppen. |
| Bildung und Lernen ist ein offener und lebenslanger Prozess. Die ersten sechs Lebensjahre und die Grundschuljahre sind die lernintensivsten und entwicklungsreichsten Jahre. In dieser Zeit wird der Grundstein für lebenslanges Lernen gelegt. |
| Bildung kann die kindliche Entwicklung maßgeblich vorantreiben. Ausschlaggebend sind ihr Vorwissen und Vorverständnis, an dem sie anknüpfen können. Deshalb soll Kindern die bestmöglichsten Lern- und Entwicklungschancen geben werden. |
| Im Kindesalter gehen Bildung und Erziehung noch wie selbstverständlich Hand in Hand. Das größte Anliegen von Eltern und pädagogischen Fachkräften sollte es sein, Kindern auf eine wertschätzende Weise Orientierung zu geben. |
| Das Bild vom Kind im Bezug auf Bildung |
|
Kinder lernen von Geburt an. Das Lernen ist Bestandteil des kindlichen Lebens an sich. Vieles was Kinder lernen, lernen sie beiläufig. |
| Kinder lernen mit all ihren Sinnen, Emotionen, geistigen Fähigkeiten und Ausdrucksformen. |
| Die Lernprozesse setzen dabei am kindlichen Lerneifer an (Neugier, Freude am Ausprobieren, Experimentieren und Entdecken). |
| Jedes Kind besitzt individuell unterschiedliche Lernbedürfnisse (Interessen, Fähigkeiten, Vorwissen, Lernweg, Lerntempo). Entscheidend ist auch die emotionale Atmosphäre, in der sie aufwachsen. Kinder lernen am besten und sind am kreativsten, wenn sie sich wohl fühlen und mit Lust, Freude und Spaß aktiv sind. |
| Kinder erweitern ihr Wissen durch kooperatives Lernen. Sie lernen am Modell (Vorbild). |
| Wenn Kinder am Lernprozess beteiligt sind, selbst handeln und experimentieren dürfen, profitieren sie am meisten (unter dem Motto: „ Zeige mir und ich erinnere! Lasse es mich selbst tun und ich verstehe!“). |
| Kinder lernen durch Entdeckung, sie am nachhaltigsten, wenn ihre selbst gefundenen Lösungen besprochen werden (lernen aus Fehlern). Variationsreiche Wiederholungen und die Einsicht, auch Fehler machen zu dürfen, regen den Entwicklungsprozess an. |
| Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse. Das Spiel ist die elementarste Form des Lernens. Kinder lernen im Spiel. Dies hilft ihnen, in die Gesellschaft hineinzuwachsen, Kompetenzen zu erwerben und eine eigene Identität zu entwickeln. Dabei bilden Kinder und Erwachsene eine „lernende Gemeinschaft„. |
| Grundlagen elementarer Bildungsprozesse bleiben sinnliche Wahrnehmung, Bewegung, Spiel und der kommunikative Austausch. Dabei sollen die Aufgabenstellungen zugleich bereichsübergreifend und projektbezogen gestaltet sein, damit Kinder vernetzt und integrativ denken lernen. Um täglich ausreichend geplante Lernsituationen anbieten zu können, muss es möglich sein, über längere Zeit hinweg mit allen Kindern ungestört und pädagogisch zu arbeiten. |
|
Die Stärkung kindlicher Autonomie und sozialer Mitverantwortung:
Kinder sollen ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln und sich selbst organisieren können. Sie lernen, sich einzubringen, Entscheidungen zu fällen und in sozialer Verantwortung zu handeln.
|
| Die Stärkung lernmethodischer Kompetenz:
Kinder entwickeln ein Verständnis für das eigene Lernen - sie lernen, wie man lernt und werden fähig, über das eigene Denken nachzudenken.
|
| Die Stärkung des kompetenten Umgangs mit Veränderungen und Belastungen:
Kompetenzen werden gefördert, die das Kind befähigen, mit Veränderungen und Belastungen konstruktiv umzugehen (z.B. positives Denken, Kreativität, Vertrauen, Selbstreflexion, soziale Beziehungen). Diese Fähigkeiten wirken als schützende Puffer gegen schädliche Einflüsse auf das seelische Gleichgewicht der Kinder und fördern deren Widerstandsfähigkeit (Resilienz) |
|
Die soziale Integration soll es ermöglichen, Unterschiede zwischen Kindern (z.B. Geschlecht, Herkunft, Kultur, Religion) anzuerkennen, auszugleichen und ihnen ein individuelles Entwicklungstempo zuzugestehen. |
| Gemeinsame Lernaktivitäten, bei denen sich Kinder mit verschiedenem kulturellem Hintergrund begegnen, machen Kinder neugierig auf andere Kulturen. Sie lernen Andersartigkeit zu achten und entwickeln sich zu weltoffenen Persönlichkeiten mit kultureller Offenheit. |
| Die vielfältigen Bildungsangebote sind so zu gestalten, dass sie der sozialen, kognitiven, emotionalen und körperlichen Entwicklung des Kindes entsprechen, d. h. ihrem Entwicklungsalter und -stand angemessen sind. |
| Das gesamte Bildungsgeschehen wird vom Demokratieprinzip geprägt. |
|